Das neue Rentenpaket 2019

Veröffentlicht am 02.04.2019 in Kommunalpolitik

Mehr „Mütterrente“ seit Januar

Das neue Rentenpaket der Bundesregierung stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung der SPD Kelheim im Gasthaus Frischeisen. Manfred Steibl vom Beratungsdienst der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd aus Landshut  informierte über die Neuerungen bei den Renten wegen Erwerbsminderung, für Hinterbliebene und bei der Anrechnung von Kindererziehungszeiten.

Landratskandidat Stefan Schweiger begrüßte die anwesenden Zuhörer, darunter auch Bürgermeister Horst Hartmann und die langjährige Landtagsabgeordnete Johanna Werner-Muggendorfer. Rentenfachberater Steibl freute sich über das Interesse aus der Bürgerschaft an den Änderungen in der Rentenpolitik. Dieses galt vor allem der sogenannten „Mütterrente“, die  rückwirkend ab Januar 2019 um sechs Monate oder einen halben Entgeltpunkt erhöht wurde. Von dieser Verbesserung profitieren alle Mütter mit Kindern, die vor 1992 geboren wurden. Deren Rente steigt dadurch um rund 16 Euro pro Kind und Monat. Ein gesonderter Rentenantrag ist bei Bestandsrentnern nicht erforderlich, die neuen Rentenbescheide werden seit März Zug um Zug automatisch verschickt.

Anders stellt sich die Situation für ältere Mütter dar, die bislang noch nicht von der „Mütterrente“ profitiert haben, weil sie weniger als drei Kinder hatten und dadurch die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren bisher nicht erreichen konnten. Mütter mit zwei Kindern können ab Januar ohne zusätzliche Beitragszahlungen eine Regelaltersrente erhalten. Aber auch ältere Mütter mit nur einem Kind könnten, dank lukrativer Nachzahlungsmöglichkeiten, sofort in den Genuss der „Mütterrente“ kommen.

Steibl informierte auch über die Verlängerung der Zurechnungszeit. Diese sorgt dafür, dass bei den ab 2019 erstmalig gezahlten Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten die Ansprüche bis zu einem Rentenalter von 65 Jahren und 8 Monaten hochgerechnet werden. Im Landkreis Kelheim  liegt der durchschnittliche Zahlbetrag einer Erwerbsminderungsrente bislang bei lediglich 839 EUR.

Rund 9200 Männer und über 11.000 Frauen aus dem Landkreis beziehen derzeit eine Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Bei den Männern liegt der durchschnittliche Zahlbetrag mit 1.159 EUR, die sich auf sechs unterschiedliche Leistungsarten verteilen. So gibt es im Kreis Kelheim einerseits bereits 441 Bezieher der neuen „Altersrente für besonders langjährig Versicherte“, die nach mindestens 45 Beitragsjahren auf durchschnittlich 1.468 EUR kommen. Es gibt aber fast 3.000 Bezieher einer Regelaltersrente in Höhe von nur 840 EUR im Schnitt.